Führung mit Stadtrat Willi Dürrnagel am 19.03.2013 – „Das Haugerviertel “

Schon traditionell sind die Führungen mit Herrn Stadtrat Willi Dürrnagel. Am 19.03.2013 war es wieder einmal so weit. Dieses mal führte uns der Weg im Rahmen der Würzburger Stadtteile in das „Hauger Viertel“. Pünktlich um 12:30 Uhr wanderten wir von unserem Treffpunkt „Norma“ Richtung Hauger Viertel los. Trotz ungünstiger Wetterprognosen hielt das Wetter bis wir an unserem Ziel angekommen waren. Dort erwarteten uns die restlichen Teilnehmer, die mit dem Bus oder Auto angereist waren.
 

 Das Ziel ist erreicht, auf der Treppe von „Stift Haug“

Mit 30 Teilnehmern waren wir wieder eine starke Gruppe. Zunächst führte uns Herr Dürrnagel in die Kirche Stift Haug. Hier erfuhren wir zunächst etwas über die Entstehungsgeschichte dieses Stadtteils. Namensgeber des Viertels ist die große katholische Kirche „St. Johannes“. Wegen des bis zur Säkularisation 1803 dazugehörigen Kollegiatstifts und der Lage im Stadtteil Haug wird die heutige Pfarrkirche aber nur noch Stift Haug genannt. Urkundlich wird das Stift erstmals im Jahr 1002 erwähnt und lässt sich auf die Gemeinschaft der „Herren vom Berg“ zurückführen. Ursprünglich befand sich der Vorgängerbau, eine längst untergegangene romanische Kirche, weit vor den Mauern des alten Würzburg – etwa am heutigen Bahnhofsgelände. Das Hauger Viertel wuchs zur größten der Würzburger Vorstädte heran. Dadurch, dass der Stadtteil jedoch vor der schützenden Stadtmauer errichtet wurde, war er in unruhigen Zeiten immer gefährdet, oft genug wurde daher das Stift geplündert und geschädigt, letztmalig im Dreißigjährigen Krieg. Die Stiftskirche war der erste große Kirchenbau der Barockzeit in Franken und das bedeutendste Werk des italienischen Architekten Antonio Petrini. Die Kirche ist weithin durch ihre dem Petersdom nachempfundene Vierungskuppel sichtbar, die mit 60 Metern Höhe für die damalige Zeit ein gewaltiges Bauwerk darstellte. In der Bombennacht am 16.03.45 weitestgehend zerstört, wurde im Jahr 2005 die Komplettrenovierung des Innenraums abgeschlossen. In den Altarstein sind die Reliquien von drei fränkischen Heiligen eingelassen. Als Altarbild dient das Gemälde „Kreuzigung“ von Jacobo Tintoretto (ein Schüler Tizians) von 1583. Ein weiteres besonderes Kunstwerk ist das Bronzekreuz von Dietrich Klinge. Auch haben wir etwas über die zentrale Straße dieses Viertels, die Semmelstraße, früher Semmelgasse, erfahren. Wie der Name schon sagt, dürften in früheren Zeiten die „Weißbäcker“ hier ihre Backstuben gehabt haben. Herr Dürrnagel zeigte uns auch anhand von alten Aufnahmen wie das Viertel einmal früher ausgesehen hat (u.a. zog sich die Semmelgasse vom Spitteltor beim neuen Bürgerspital vorbei, längs des Egelsees (er wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts trocken gelegt) und später auch durch das Teufelstor bis zum St.-Afra-Tor beim Dicken Turm. Die Tore und der dicke Turm gehörten ursprünglich zur Stadtmauer und wurden im Rahmen der „Aufhebung der Festungseigenschaft für Würzburg“ etwa in den 1870er Jahren abgerissen. Danach führte uns der Weg vorbei an dem Vorplatz der Fa. Scheiner (jetziges Bankgebäude) mit einem dringend sanierungsbedürftigen Brunnen durch die Reisgrubengasse. Hier haben wir dann einige Anekdoten von hier ansässigen Betrieben (z.B. der Pension Siegel) erfahren. Zum Ausgangspunkt zurück ging es dann über die alte Bahnhofstraße. Hier besuchten wir noch das Matthias-Ehrenfried-Haus (MEH), dass am 21.04.2013 sein 40-jähriges Bestehen feiert. Das MEH ist ein Mehrgenerationenhaus, in dem Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Ältere und sehr alte Menschen sich im Alltag begegnen und gegenseitig von den Kompetenzen des jeweils Anderen profitieren können. Ein Mehrgenerationenhaus ist ein offener Ort, an dem gegenseitiger Austausch von Jung und Alt und Unterstützung von Familien gelebt werden. Hier endete dann die sehr interessante Führung durch diesen Stadtteil.

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